Wohnungsbau
Wie 400.000 Wohnungen entstehen können und der Immobilienmarkt wirksam zu verbessern ist.
Bauen ist in Deutschland so teuer geworden, dass viele Projekte gar nicht mehr gestartet werden. Die Folge: zu hohe Mieten, zu wenig Wohnungen, zu wenig Bauland. Damit wieder deutlich mehr gebaut werden kann, müssen drei wichtige Hindernisse beseitigt werden.
1. Der Wohnungsbau muss von der Mehrwertsteuer befreit werden:
Warum das so wichtig ist:
Bei Gewerbegebäuden fälIt keine Mehrwertsteuer an. Bei Miet- und Eigentumswohnungen dagegen immer. Dadurch werden Wohnungen massiv verteuert.
Was eine Abschaffung bringt:
- Neubauten würden sofort 1,9 % günstiger
- Die Mieten neuer lnlohnungen sinken spürbar
- Auch Sozial-wohnungen werden billiger
- Der Ausbau von Dachböden und anderen Flächen lohnt sich wieder
Muss der Staat dann auf Geld verzichten? Nein. Denn:
- Auf nicht gebaute Wohnungen gibt es heute schon keine Steuereinnahmen.
- Niedrigere Mieten sorgen dafür, dass Menschen mehr Geld übrig haben und damit das Wirtschaftwachstum verstärkt wird.
- Wenn wieder mehr gebaut wird, entstehen Jobs und damit zusätzliche Steuereinnahmen und Sozialbeiträge.
2. Die Grunderwerbsteuer sollte bundesweit auf 2% sinken
Warum diese Steuer ein großes Problem ist? Sie ist je nach Bundesland sehr hoch (bis zu 6,5%). Wer ein Grundstück kaufen oder verkaufen will, zahlt sofort viel Geld an den Staat. Das führt dazu, dass viele Menschen nicht kaufen – und viele Eigentümer nicht verkaufen.
Warum 2% die richtige Höhe sind:
- Früher betrug die Steuer schon einmal 2% und das hat gut funktioniert.
- Es wurden sogar mehr Grundstücke verkauft und nicht weniger, weil der Markt besser funktioniert hat.
- Hohe Steuern erzeugen komplizierte Tricks und viele Rechtsstreitigkeiten. Bei 2% entfalIen diese Probleme.
3. Bauland wird durch Regeln und Urteile blockiert – das muss sich ändern
Viele Grundstücksbesitzer behalten Bauland lieber, statt zu verkaufen. Die Gründe dafür sind:
- Wer mehr als drei Grundstücke verkauft, gilt als ,,Händler” und wird extrem hoch besteuert – das schreckt ab.
- Bei manchen Käufen wird sogar auf mögliche spätere Baukosten vom Fiskus Grunderwerbsteuer berechnet, vöIIig unverständlich.
- Sichere Geldanlagen bringen weniger als die Inflation, deshalb lohnt es sich für Verkäufer kaum, nach einem Verkauf das Geld sicher anzulegen.
ERGEBNIS
Die Regierung kann durch drei zentrale Maßnahmen sofort wirksam handeln:
- Mehrwertsteuer auf Wohnungsneubau vollständig streichen.
- Grunderwerbsteuer auf 2% senken und ungünstige BFH-Urteile korrigieren.
- Durch Änderung der Gesetzgebung müssen, die das Baugeschehen hemmenden beiden Urteile der BFH-Rechtsprechung, neutralisiert werden, wonach Privatpersonen zu Unrecht als Grundstückshändler eingestuft werden. Sodann muss die Unlogik beseitigt werden, wonach der Fiskus auf lediglich geplante Baumaßnahmen Grunderwerbsteuern so berechnet, als wären diese Neubauten bereits vorhanden.
Wenn diese Schritte umgesetzt werden, entstehen deutlich mehr Woohnungen – und zwar in dem Umfang, in dem die Wohnungsnachfrage besteht. Damit wird der Wohnungsmarkt langfristig stabilisiert, Bauland mobilisiert und Bauen wieder bezahlbar.
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